Wahrzeichen der Narretei
Besondere Orte und Zeichen der Schlehenbeißer
Manche Zeichen der Schlehenbeißer sind dauerhaft im Dorfbild verankert – vom Narrenbrunnen in der Dorfmitte bis zur Lietstube, der Heimat des Narrenvereins.
Der Narrenbrunnen
Die ersten Ideen zur Schaffung eines Narrenbrunnens in Liptingen stammen aus dem Jahr 1978; eingeweiht wurde der Brunnen am 13.02.1983. Der Narrenbrunnen stand damit einige Jahre im Mittelpunkt aller Aktivitäten des Narrenvereins.
Durch bekannte Narrenfreunde wurde man im Jahre 1981 auf den Künstler Robert Seyfried aus Bohlingen aufmerksam, der bereits mehrere Brunnen in der näheren Umgebung geschaffen hatte. Gemeinsam mit der damaligen Gemeindeverwaltung wurde der Narrenplatz vor dem Gasthaus Sonne als Standort festgelegt. Das erste Modell des zukünftigen Brunnens wurde am 11.11.1981 der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Sonntag, den 13.02.1983 war es dann soweit: Der Brunnen wurde feierlich eingeweiht und offiziell an die Gemeinde übergeben.
Der Narrenbrunnen mit seinen drei Schlehenbeißerfiguren gilt heute als einer der schönsten Narrenbrunnen der Umgebung.
Die Lietstube [Lichtstube]
Die Lietstube ist heute die Heimat des Narrenvereins und gleichzeitig ein Schmuckstück in der alten Dorfmitte von Liptingen. Das über 200 Jahre alte „Weber- und Erzgräber-Haus“ wurde vom Narrenverein im Jahre 1985 erworben.
Mit enormem Einsatz wurde das Haus in über 11-jähriger Arbeit von Grund auf renoviert und neu gestaltet, ohne dabei den Charakter des alten Fachwerkhauses zu verlieren. Die offizielle Einweihung der Lietstube im Jahre 1996 war nur ein vorläufiger Höhepunkt: Zwischenzeitlich wurden ein 400 qm großes Grundstück und damit ein herrlicher Garten um die Lietstube erworben. An diesem Platz findet seit Jahren am 1. Mai das traditionelle Grillfest des Narrenvereins statt.
Die Lietstube selbst ist heute Dreh- und Angelpunkt aller närrischen Aktivitäten und gleichzeitig Sitzungsraum für den Narrenrat. Die Bronzemaske und die Bronzetafel an der Lietstube wurden gefertigt und gestiftet von Narrenfreund Josef Riegel aus Pforzheim.
Die Liptinger Narren Rundschau [S’ Narreblättle]
Das Narrenblättle hat in Liptingen eine alte Tradition. In der Chronik ist eine Ausgabe aus dem Jahre 1950 enthalten; seit 1957 erscheint es lückenlos an jeder Fasnet. Entstanden ist das Ganze aus der „kleinen und großen Lietstube“ in Liptingen, die eigentlich auch der Ursprung der fasnachtlichen Aktivitäten nach dem Kriege waren: Die Streiche und Dummheiten der Leute wurden gesammelt und an der Fasnet glossiert bzw. vorgetragen. Aus diesen notierten Glossen ist das Narrenblättle entstanden.
Jedes Jahr erscheint das Narrenblättle neu und bringt manch kleinere oder größere Pannen der Liptinger Narren zum Vorschein. Bereits im November setzt sich das Narrenblättle-Team zusammen, um sämtliche Geschichten zu sortieren und schwungvoll neu zu reimen. Ende Dezember wird es gesetzt und dem Drucker übergeben. Die Narren Rundschau erscheint ca. 4–5 Wochen vor der Dorffasnet und wird von den Narrenräten selbst im Dorf verteilt – bekannt für ihre Zielstrebigkeit und das Pflichtbewusstsein, das Narrenblättle wirklich in jeden Haushalt zu bringen.
Die Narrenfahne
Die Narrenfahne wurde 1952 von Bernhard Klöck und Franz Kirchmann entworfen und in eifriger Handarbeit noch kurz vor der Fasnacht von fleißigen Mädchen gestickt und genäht. Zur großartig inszenierten Fahnenweihe am Rosenmontag kamen dann über „20 Nationen“, die dem besonderen Fest huldigten. „Man war sichtlich stolz auf die schöne Narrenfahne“ – „in allen Lokalen herrschte danach reges Fasnetstreiben.“